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Dendrologischer Garten

Dendrologischer Garten in Bad Berneck im Fichtelgebirge

 

Seltene, alte Bäume und Gewächse bestaunen, Wissenswertes erfahren über Ökologie, Bergbau und Natur. Die Besonderheit sind zahlreiche fremdländische Bäume der unterschiedlichsten Arten. Die meisten Baumriesen haben bereits ein Alter von über 100 Jahren.

 

Führungen von April bis Oktober.

An folgenden Terminen findet eine kostenlose Führung im Dendrologischen
Garten statt:

18.4., 16.5., 20.6., 18.7., 19.9., 17.10.

Die Führungen finden (aller Voraussicht) bei jedem Wetter statt.
Treffpunkt: Maintalstraße, Haus der Diakonie, jeweils 16:30 Uhr
Die Führungen leitet: Frau Dipl. Biologin Gaby Wenz.

Was ist denn ein „Dendrologischer Garten?“

... diese Frage muss die Stadtführerin des oberfränkischen Städtchens Bad Berneck des öfteren beantworten. Und tatsächlich: gibt man den Begriff in einer Suchmaschine ein, erscheinen deutschlandweit nur wenige Treffer -  Bad Berneck führt die Ergebnisliste an.

Im Unterschied zum gut bekannten „Botanischen Garten“, ist der „Dendrolo-gische Garten“ den Gehölzen gewidmet. Seltene Bäume und Sträucher stehen  im Mittelpunkt der Parkanlage.

 

Vom Bergwerk zum Landschaftspark

Das Baumparadies im heutigen Rotherspark verdankt seine Namensgebung Wilhelm Rother, der es in der Mitte des 19. Jahrhunderts anlegte und in mühe-voller Arbeit mit Baumexoten aus aller Welt bepflanzte. Der Fabrikant und be-geisterte Kurgast Bernecks kaufte das Gelände 1861 auf und verwandelt nach und nach die Abraumhalden des ehemaligen Bergwerks zu einem Landschaftspark.

So ist ein großer Teil des heutigen Bestandes schon weit über 100 Jahre alt. Mehr als 50 verschiedene Arten fremdländischer Bäume sind zu bestaunen, darunter beispielsweise Rot-, Sumpf- und Purpureichen, Hopfenbuche, Silberlinden, Esskastanie, Pyramideneiche sowie orientalische Fichten. Diese hatte Rother von seinen ausgedehnten Weltreisen mitgebracht. Ein schöner Granitobelisk in der Anlage erinnert an ihren Gründer.


Naturwissenschaftlicher Lehrpfad

Heute führt ein interessanter Lehrpfad durch das am Hang liegende und im Jahr 2000 neu gestaltete Gelände. Auf Schautafeln kann sich der Besucher über die botanischen Raritäten informieren und erfährt darüber hinaus Wissenswertes über das ehemalige Bergwerkes „Beständiges Glück“ sowie die Bergbautradition im Fichtelgebirge. In diesem Bergwerk wurde über 355 Jahre hinweg (1486 bis 1841) Alaunschiefer unter Tage abgebaut. Bei einem Rundgang durch den Park kann man sich über die Bergwerksgeschichte und den Abbau informieren. Die Zeugnisse der früheren Nutzung sind nach wie vor sichtbar; u. a. gibt eine nachgebaute Kaue über einer Haspelanlage Einblick in die Fördertechniken der mittelalterlichen Schachtanlagen.


A. v. Humboldt und Feldmarschall von Blücher in Berneck
Im Rahmen seiner Assessortätigkeit im Bergamt Goldkronach, wirkte der junge Alexander von Humboldt zwischen 1792 - 1797 auch im Bernecker Bergwerk. Hier hat er unter großen Gefahren eine von ihm konstruierte Grubenlampe und ein Atemgerät getestet.

Noch ein weiterer geschichtsträchtiger Name ist mit diesem Bergwerk verbunden: der des Feldmarschall von Blücher. Er weilte 1806 in Bayreuth und zu seinen Ehren wurde im Bergwerk ein glänzendes Fest veranstaltet. Der Bereich des Bergwerks, in dem vermutlich das Fest stattfand, ist nicht mehr zugänglich. Noch heute ist ein benachbartes Hotel, das ehemalige Sudhaus, „Blüchersruh“ nach ihm benannt.
Beim Spaziergang durch den ca. 20.000 qm großen Dendrologischen Garten kommt der Gast auch zum Eingang des Bergwerkes. Der Zugang zu dem noch auf einer Strecke von 170 m befahrbaren Bergwerk ist derzeit nicht möglich.

Weitere Details über dieses Juwel überregionalen Ranges und seiner Geschichte erfährt der Besucher im Rahmen einer Führung. Eine Biologin begleitet sach-kundig von April bis Oktober jeden 3. Sonntag um 16:30 Uhr durch die Anlage.   Je nach Jahreszeit widmet sie sich dabei unterschiedlichen Aspekten der Vegetation. Die kostenlose Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich. Führungen für Gruppen sind frei vereinbar.


Die einzigartige Verbindung von naturkundlichem Erlebnis, Bergbau und Botanik lohnt den Besuch zu jeder Jahreszeit. Sehenswert ist auch der unweit entfernte  wildromantische Kurpark Bad Bernecks mit seinen Kolonnaden und darüber thronenden mittelalterlichen Burgruinen.       
                                     
Wissenswert:
Die Dendrologie (v. altgriech. δένδρον, dendron = „Baum“) ist die Lehre von den Bäumen und Gehölzen; sie beschäftigt sich als Teilgebiet der Botanik mit verholzenden Pflanzen, insbesondere Bäumen, Sträuchern und verschiedenen Kletterpflanzen.
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